Dienstag, 17.03.2026

Heidelberg will Bürger über Windkraft am Lammerskopf abstimmen lassen

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Die Stadtverwaltung von Heidelberg schlägt vor, die Bevölkerung darüber entscheiden zu lassen, ob städtische Flächen am Lammerskopf grundsätzlich als Standort für Windkraftanlagen entwickelt werden sollen. Der Vorschlag wird am 25. März im Haupt und Finanzausschuss beraten. Über das Zustandekommen eines Bürgerentscheids soll der Gemeinderat am 16. April 2026 entscheiden. Als möglicher Abstimmungstermin nennt die Verwaltung den 12. Juli 2026.

Hintergrund und rechtliche Voraussetzungen

Der Vorstoß steht im Zusammenhang mit einer Vergabe des Landes Baden Württemberg. Die landeseigene Fläche im Bereich Lammerskopf war 2023 zur Nutzung für Windenergie ausgeschrieben. Ein Konsortium aus drei regionalen Energiegenossenschaften, der Trianel GmbH und den Stadtwerken Heidelberg erhielt den Zuschlag zur Entwicklung der Fläche. Die Stadt will die Nutzung nun auf eigener Gemarkung über kommunales Planungsrecht umsetzen.

Ein naturschutzfachliches Gutachten ermittelte geeignete Teilflächen für Windanlagen, ohne nach Einschätzung der Gutachter die Schutzziele der betroffenen Schutzräume zu beeinträchtigen. Auf der Fläche gibt es jedoch Überschneidungen mit einem Landschaftsschutzgebiet und einem Flora Fauna Habitat Gebiet. Die Verbandsversammlung des Verbands Region Rhein Neckar hat die Fläche nicht in den Teilregionalplan Windenergie aufgenommen. Vor diesem Hintergrund soll ein Bürgerentscheid klären, ob die städtische Bevölkerung die weitere Verfolgung des Projekts unterstützt.

Ein Bürgerentscheid kommt nach Darstellung der Verwaltung zustande, wenn der Gemeinderat dies mit einer Zweidrittelmehrheit aller Mitglieder beschließt. Grundlage ist Paragraf 21 Absatz 1 der Gemeindeordnung.

Argumente und Informationsangebot

Oberbürgermeister Eckart Würzner betonte in der Vorlage, Windenergie sei ein wichtiger Baustein für Versorgungssicherheit und eine preisstabile Energieversorgung sowohl für Privatpersonen als auch für die Wirtschaft der Region. Der Lammerskopf zähle zu den ertragsstarken Standorten im Umfeld, so die Verwaltung. Vor diesem Hintergrund stelle sich die grundlegende Frage, ob die Entwicklung dort weiterverfolgt werden solle, und deshalb solle die Bürgerschaft entscheiden.

Bürgermeister Raoul Schmidt Lamontain kündigte an, die Stadt wolle das Forum Energiedialog des Landes in die Vorbereitung einbinden. Ziel sei, die Informationen zu den Inhalten des Bürgerentscheids von einer unabhängigen Stelle verständlich, nachvollziehbar und ausgewogen aufbereitet zu bekommen. Das Forum habe bereits in der Region bei anderen Bürgerentscheiden zur Windenergie begleitet, unter anderem in Schriesheim, Dossenheim und Eberbach.

Kontext der landesweiten Zielsetzung

Der Vorstoß der Stadt reiht sich in die landesweite Debatte um den Ausbau der Windenergie ein. Nach Vorgaben des Bundes sollen in Baden Württemberg rund 1,8 Prozent der Landesfläche für Windenergie ausgewiesen werden. Das Konsortium hatte angestrebt, die Fläche Lammerskopf als Vorrangfläche im Teilregionalplan Windenergie des Verbands Region Rhein Neckar festlegen zu lassen. Nachdem dies nicht geschehen ist, bleibt die kommunalrechtliche Lösung als Option.

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