In Heilbronn haben im Februar die Bauarbeiten für die neue Nordumfahrung und den vierstreifigen Ausbau der Neckartalstraße begonnen. Das Projekt gehört zu den größten Straßenbaumaßnahmen der vergangenen Jahrzehnte in der Stadt. Die Arbeiten sollen sich über rund zweieinhalb Jahre erstrecken und werden in mehreren Abschnitten gleichzeitig ausgeführt.
Baumaßnahmen an mehreren Stellen gleichzeitig
Die Arbeiten starten sowohl im Westen an der Alexander Baumann Straße in den Böllinger Höfen als auch im Osten im Bereich des Industriegebiets Neckarau. Im freien Gelände werden zwei neue Brücken errichtet. Die 80 Meter lange Talbrücke Wächtelesäcker soll Teil der Nordumfahrung werden und im Westen den sogenannten Wächtelesgraben überspannen. Die Feldwegbrücke Am Näpfle führt über die neue Straße und dient landwirtschaftlichen Nutzern sowie Radfahrern und Fußgängern.
In Neckarau wird auf einer freien Fläche zwischen der Wimpfener und der Böllinger Straße ein Baustellenbüro eingerichtet, wofür größere Erdarbeiten notwendig sind. Auf dem ehemaligen Gelände von Landliebe an der Buchener Straße beginnen erste Straßenbauarbeiten. Außerdem ist zwischen Böllinger Straße und Wimpfener Straße der Neubau eines Regenüberlaufbeckens im Auftrag der Entsorgungsbetriebe der Stadt geplant.
Verkehrsführung und Erreichbarkeit
Während der ersten Bauphase bleibt die Verkehrsführung auf der Neckartalstraße bis zu den Sommerferien unverändert. In späteren Phasen sind Reduzierungen der Fahrspuren vorgesehen; der genaue Ablauf richtet sich nach dem Baufortschritt und den örtlichen Gegebenheiten und wird rechtzeitig bekanntgegeben. Grundsätzlich bleibt die Erreichbarkeit von Grundstücken, Betrieben und Einrichtungen erhalten. Wo erforderlich, werden Zufahrten vorübergehend anders geführt oder über provisorische Zufahrten erschlossen.
Der Baustellenverkehr wird für den westlichen Abschnitt über die Alexander Baumann Straße und die Grundäckerstraße abgewickelt, um die Belastung der Neckartalstraße zu reduzieren. Für den östlichen Abschnitt erfolgen Zu- und Abfahrten über die Neckartalstraße sowie über die Buchener, Böllinger und Wimpfener Straße. Entlang der Baustrecken ist mit einem erhöhten Aufkommen von Baufahrzeugen zu rechnen. Abschnitteweise wird es Einschränkungen oder den Wegfall von Parkmöglichkeiten geben, da Flächen für Baustelleneinrichtung und Leitungsarbeiten benötigt werden.
Ziele, Zeitplan und Kosten
Die Nordumfahrung wird in drei Abschnitten zwischen der Neckartalstraße und der L 533 geplant. Das erste Etappenziel ist die Erschließung des Innovationsparks Künstliche Intelligenz IPAI im Juni 2027. Ein Jahr später ist die Verkehrsfreigabe des gesamten ersten Bauabschnitts vorgesehen. Der erste Abschnitt umfasst 1,5 Kilometer und überwindet 66 Höhenmeter. Die Anschlussstellen sind jeweils mindestens vierspurig geplant. Die Steigungsstrecke zu den Böllinger Höfen wird dreispurig ausgeführt, mit zwei Spuren aufwärts und einer Spur abwärts. Der Radverkehr wird separat geführt.
Die Nordumfahrung soll den Durchgangsverkehr in den Stadtteilen Neckargartach und Frankenbach reduzieren, die Erschließung des Industrieparks Böllinger Höfe verbessern und den im Bau befindlichen IPAI Park an das Straßennetz anbinden. Für den ersten Bauabschnitt der Nordumfahrung sind voraussichtlich rund 44 Millionen Euro veranschlagt. Der Ausbau der Neckartalstraße ist mit rund 13,3 Millionen Euro geplant. Die Kosten trägt das Land Baden Württemberg.
Aktuelle Informationen zur Baustelle stellt die Stadt unter www.heilbronn.de/nordumfahrung bereit. Die Projektleitung ist per E Mail an nordumfahrung@heilbronn.de erreichbar.
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