Freitag, 27.03.2026

Heilbronn legt Fortschrittsbericht vor: Mehr Solarstrom und konkrete Maßnahmen gegen Hitze

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Der Gemeinderat von Heilbronn hat den dritten Sachstandsbericht zu Klimaschutz, Klimaanpassung und klimaneutraler Verwaltung zur Kenntnis genommen. Die Stadt geht davon aus, dass in den vergangenen zwei Jahren mehr als 60 Maßnahmen umgesetzt oder angestoßen wurden und die Treibhausgasbilanz einen Trend in Richtung Treibhausgasneutralität zeigt. Ziel der Kommune ist Treibhausgasneutralität bis 2035, die eigene Verwaltung strebt dieses Ziel bereits für 2030 an.

Ziele, Bilanz und politische Bewertung

Der Bericht der Stabsstelle Klimaschutz dokumentiert Fortschritte in mehreren Bereichen. Trotz der positiven Entwicklung betonten Verantwortliche, dass weiterhin erhebliche Aufgaben anstehen. Bürgermeister Andreas Ringle erklärt, dass noch ein weiter Weg vor der Stadt liege und dass dafür die Unterstützung aller Akteure erforderlich sei, also Verwaltung, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger.

Ausbau erneuerbarer Energien und Wärmeversorgung

Ein Schwerpunkt des Berichts liegt auf dem Ausbau erneuerbarer Energien. Bis Ende 2025 wurden in Heilbronn nach Angaben der Stadt mehr als 75 Gigawattstunden Solarstrom pro Jahr vor allem auf Dächern erzeugt. Projekte wie ein Photovoltaik Vorhaben im Gewann Hammelsberg an der A6 sowie Windenergieflächen am Standort Stöckach könnten die Stromerzeugung im Stadtgebiet bis 2030 auf rund 200 Gigawattstunden steigern. Damit wäre etwa ein Drittel des heutigen Strombedarfs abdeckbar.

Die kommunale Wärmeplanung zeigt zugleich, dass viele Gebäude energetisch saniert werden müssen. Als Reaktion hat die Stadt die Gründung einer städtischen Wärmegesellschaft beschlossen und arbeitet an neuen Quartierslösungen sowie am Ausbau und an der Nachverdichtung vorhandener Wärmenetze. Ergänzend sollen ein digitales Wärmekataster und weitere Instrumente die Umstellung der Wärmeversorgung unterstützen.

Verkehr und Verwaltung: Praxisnahe Projekte

Im Verkehrsbereich nennt der Bericht mehrere umgesetzte Projekte. Dazu gehört ein neuer Radweg zwischen den Stadtteilen Biberach und Kirchhausen. Der öffentliche Personennahverkehr soll gestärkt werden; aktuell sind 82 Prozent der Ampeln für Busse und Bahnen priorisiert. Die Ladeinfrastruktur wächst etwa mit einer Quartiersgarage im Neckarbogen, die 202 Ladepunkte bietet, sowie mit Car Sharing und anderen Angeboten.

Die Verwaltung stellt ihren eigenen Beitrag in den Vordergrund und plant die Umstellung des kommunalen Fuhrparks auf alternative Antriebe. Auf Betriebsgeländen wurden zusätzliche Ladepunkte installiert und für Beschäftigte stehen Pedelec Ladestationen zur Verfügung. Weitere Maßnahmen sind ein vergünstigtes Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr für Beschäftigte, systematische Abfalltrennung in Bürogebäuden, energetische Sanierungen von kommunalen Gebäuden und Heizungen sowie der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf städtischen Liegenschaften.

Klimaanpassung und lokale Maßnahmen gegen Hitze

Zum Thema Klimaanpassung listet der Bericht konkrete Projekte auf. An der Lohtorstraße wurde eine Fassadenbegrünung realisiert, im Zukunftspark Wohlgelegen Flächen wurden entsiegelt und begrünt. An mehreren Kindertagesstätten, unter anderem in Biberach und am Wartberg, wurden zusätzliche Verschattungen angebracht. Die Innenstadt wurde auf Hitzehotspots geprüft und mit Maßnahmenpaketen belegt. Bei Hitzewellen informiert die Stadt die Bevölkerung und besonders gefährdete Gruppen. Zwei neue Trinkwasserbrunnen am Kiliansplatz und am Marktplatz sollen an heißen Tagen für Abkühlung sorgen.

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