Montag, 30.03.2026

Heilbronn startet Routineprüfung am Bollwerksturm

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Das Liegenschaftsamt der Stadt Heilbronn lässt in den kommenden Wochen den Bollwerksturm auf seinen Zustand prüfen. Mauerwerk und Aussichtsplattform des 21 Meter hohen Turms werden mit einer Gelenkteleskopbühne untersucht. Für die Arbeiten wird der Bereich um den Turm, einschließlich der steinernen Sitzbank, mit einem Bauzaun abgesperrt.

Untersuchung und Ablauf

Nach Angaben der Stadt handelt es sich um eine routinemäßige Begutachtung. Ziel ist es, mögliche Schäden am Schilfsandstein und an der Konstruktion frühzeitig zu erkennen. Die eingesetzte Gelenkteleskopbühne soll einen genaueren Blick auf schwer zugängliche Stellen ermöglichen.

Die Prüfung orientiert sich an Empfehlungen des Verbandes Deutscher Ingenieure. Demnach sollten neben den verpflichtenden Kontrollen von Brücken und stützenden Mauern an Verkehrswegen auch andere Bauwerke regelmäßig auf Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit überprüft werden.

Weiteres Vorgehen nach der Voruntersuchung

Je nach Ergebnis der Voruntersuchung werden Sanierungsschritte geplant und gegebenenfalls zusätzliche Arbeiten beauftragt. Die Stadt kündigte an, dass auch die vier weiteren historischen Türme Götzen-, Wartberg-, Hafenmarkt- und Schweinsbergturm sukzessive einer vergleichbaren Routineprüfung unterzogen werden sollen.

Historischer Hintergrund

Der Bollwerksturm besteht aus Schilfsandstein und stammt aus dem 13. Jahrhundert. Er gehört zu den letzten erhaltenen Zeugnissen der ehemaligen Heilbronner Stadtbefestigung und sicherte einst die nordwestliche Ecke der Reichsstadt.

Ursprünglich war der Bau als Runder Turm bekannt. Seinen heutigen Namen erhielt er, nachdem schwedische und französische Truppen das Umfeld im Dreißigjährigen Krieg zu einem starken Bollwerk ausbauten. 1519 verbrachte der Ritter Götz von Berlichingen eine Nacht als Gefangener in dem Turm. Den charakteristischen Zinnenkranz erhielt das Bauwerk erst Mitte des 19. Jahrhunderts.

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