Mittwoch, 04.02.2026

Stuttgart richtet Schutzmaßnahmen für wandernde Amphibien ein

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Im Frühling machen sich wieder Tausende Amphibien auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Weil viele der Tiere beim Überqueren von Straßen überfahren werden, trifft die Stadt Stuttgart an mehreren Stellen Schutzvorkehrungen. Dazu gehören dauerhafte Leiteinrichtungen, mobile Schutzzäune und zeitweise Straßensperrungen, um sowohl den Artenschutz als auch die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Wann und warum Amphibien unterwegs sind

Vor allem sogenannte Traditionslaicher wie Erdkröten, Grasfrösche, Bergmolche und Feuersalamander kehren in die Gewässer zurück, in denen sie geboren wurden. Die Wanderungen beginnen häufig, wenn die Temperatur etwa vier bis fünf Grad Celsius erreicht und werden durch Regen verstärkt. Die Tiere stehen unter besonderem Schutz, sind aber durch zunehmenden Straßenverkehr erheblich gefährdet. Je dichter der Verkehr, desto geringer die Überlebenschance der wandernden Amphibien.

Konkrete Maßnahmen in Stuttgart

In mehreren Bereichen der Stadt werden Schutzmaßnahmen umgesetzt. Dauerhafte Leiteinrichtungen mit Amphibiendurchlässen sind geplant oder bereits vorhanden. An der Solitude, der Scharnhauser Straße, der Waldebene Ost und der Falkenstraße in Möhringen werden Schutzzäune errichtet. Der Naturschutzbund Stuttgart kontrolliert die Wanderstrecken täglich und bringt die Tiere dort, wo nötig, sicher über die Straße. Wer helfen möchte, kann sich beim NABU telefonisch unter 626944 melden.

Im Naturschutzgebiet Unteres Feuerbachtal mit Hangwäldern und Umgebung wird die Verbindungsstraße zwischen Zazenhausen und Mühlhausen in den Nächten der Hauptwanderzeit zeitweise gesperrt. Die Busse der Linie 53 wenden an der Haltestelle Zazenhausen Steigle, die Haltestellen Bachhalde, Schloß und Mühlhausen werden während der Sperrungen nicht bedient. Die Stadt und die Stuttgarter Straßenbahnen geben die Sperrtage über ihre Informationskanäle bekannt.

Weitere lokale Sperrungen betreffen den Oeffinger Scillawald, den Grünen Heiner und nach Einbruch der Dämmerung die Zufahrt zum Sportplatz Uhlbach. Als gekennzeichnete Wanderstrecken nennt die Stadt unter anderem den Weg zum Aktivpark Bergheide am Robert Bosch Krankenhaus am Burgholzhof, die Gustav Barth Straße und Hintere Weingärten in Heumaden, den Onstmettinger Weg in Möhringen, die Roßhaustraße in Degerloch, die Wernhaldenstraße in Stuttgart Süd, die Christian Belser Straße in Kaltental und Sonnenberg, die Musberger Straße in Vaihingen, die Greutterstraße in Weilimdorf, die Rotwiesenstraße in Schönberg sowie die Eichenparkstraße in Riedenberg. In der Eichenparkstraße, in der Roßhaustraße und am Sportplatz in Uhlbach wird die Geschwindigkeit des Durchfahrtverkehrs während der Wanderzeit auf zehn Kilometer pro Stunde beschränkt.

Verhaltensempfehlungen für Verkehrsteilnehmende

Verkehrsteilnehmende werden gebeten, vor allem von Februar bis Mai verstärkt auf Amphibien zu achten. In den genannten Straßenabschnitten sollten Fahrerinnen und Fahrer bei Regen langsam und vorausschauend fahren und Rücksicht auf Ehrenamtliche nehmen, die die Wanderungen begleiten. Im Einzelfall empfiehlt die Stadt, die übliche Route zu verlassen, um Gefährdungen für Tiere und Menschen zu vermeiden.

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